TALSPERRE · GESCHICHTE DER KOBER

Geschichte der Kober

Vom Wasser für die Textilindustrie zum Freizeitort: die Geschichte der Koberbachtalsperre im Zeitstrahl.

Fast ein Jahrhundert Kober

Die Koberbachtalsperre entstand als Wasserspeicher für die regionale Industrie. Ihre Geschichte erzählt von technischem Pioniergeist, veränderten Aufgaben und der Entwicklung zum Erholungsort. Hier findest du die wichtigsten belegten Stationen – chronologisch und mit verlinkten Quellen.

Vor 1914

Wasser für die Textilindustrie

Die Geschichte der Kober beginnt mit dem Wasserbedarf der Industrie. Schon vor dem Ersten Weltkrieg wurde eine Talsperre im Koberbachtal erwogen: Die Pleiße konnte den wachsenden Brauchwasserbedarf der Textilbetriebe im Raum Crimmitschau nicht mehr ausreichend decken.

1926

Eine Gesellschaft und ein Bauamt entstehen

Am 26. Januar 1926 beschlossen der Crimmitschauer Stadtrat und die Industrievereinigung die Gründung einer Talsperren-Aktiengesellschaft. Laut Staatsarchiv wurde sie am 31. März 1926 gegründet. Das sächsische Finanzministerium richtete außerdem ein Talsperrenbauamt mit Sitz in Langenhessen ein. Unter Regierungsbaurat Saupe betreute es Grundstückserwerb, Auftragsvergabe und Bauaufsicht.

1926–1929

Das Koberbachtal verändert sich

Mit dem Bau entstand eine neue Landschaft. Wikipedia beschreibt den Erwerb von rund 69 Hektar Land und die Verlegung der Talstraße zwischen Kleinbernsdorf und Langenhessen auf etwa drei Kilometern. Als wichtigen Initiator nennt der Artikel den Neukirchener Fabrikanten Guido Wolf.

1929

Die Talsperre geht in Betrieb

Nach drei Jahren Bauzeit wurde die Koberbachtalsperre 1929 in Betrieb genommen; Wikipedia nennt den Oktober. Die Landestalsperrenverwaltung bezeichnet das Bauwerk als ersten modernen Erdschüttdamm Deutschlands. Statt einer massiven Staumauer entstand ein Damm mit gerader Achse und einer geneigten Lehmdichtung im Inneren.

1930

Das Talsperrenbauamt schließt

Nach Abschluss seiner Aufgaben stellte das eigens für das Vorhaben eingerichtete Talsperrenbauamt am 30. September 1930 seine Tätigkeit ein.

1953

Übergang in staatliche Verwaltung

Nach Angaben von Wikipedia wurde die Talsperren-Aktiengesellschaft Crimmitschau 1953 liquidiert. Die Talsperre ging als Volkseigentum in staatliche Verwaltung über.

1971–1972

Eine Vorsperre kommt hinzu

Die Anlage wurde um eine Vorsperre ergänzt. Das Faltblatt der Landestalsperrenverwaltung datiert deren Bau auf 1971 bis 1972.

1993–1994

Maßnahmen für die Wasserqualität

1993 wurden der Erdbach-Einlauf saniert und Sedimente aus der Vorsperre entfernt. 1994 ging eine Sauerstoffanlage zur Verbesserung der Wasserqualität in Betrieb.

1996–1997

Das Schieberhaus wird umgebaut

Mit dem Umbau des Schieberhauses wurde die Betriebstechnik der Talsperre weiter modernisiert.

1997

Die Kober wird europäisches Badegewässer

Seit 1997 ist der Stausee nach Angaben der Landestalsperrenverwaltung ein europäisches Badegewässer – ein wichtiger Meilenstein für seine Nutzung als Erholungsort.

1998

Die Brauchwasserabgabe endet

1998 wurde die Brauchwasserabgabe eingestellt. Im selben Jahr erhielt der Entnahmeturm eine Eisfreihaltungsanlage.

2005–2008

Hochwasserentlastung und Dammkrone

Die Hochwasserentlastungsanlage und die Betriebswege wurden grundhaft instand gesetzt; außerdem wurde die Dammkrone befestigt. Das Faltblatt von 2019 fasst diese Arbeiten für 2005 bis 2008 zusammen.

2009–2011

Entnahmeturm und Technik werden erneuert

Für 2009 bis 2011 dokumentiert die Landestalsperrenverwaltung die Erneuerung der wassertechnischen Ausrüstung und die Betonsanierung des Entnahmeturms. Am 30. Juni 2011 meldete sie den Abschluss der Turmsanierung: Neue Antriebe ersetzten alte Schiebergestänge, Betonrisse wurden saniert und der geschädigte Zugangssteg durch eine Stahlbrücke ersetzt. Die Kosten für Turm und technische Einrichtungen betrugen etwa 1,5 Millionen Euro.

2013–2014

Vom Bootshaus zum Informationsgebäude

Das ehemalige Bootshaus wurde zu einem Informationsgebäude umgebaut.

2018–2019

Neue Leitungen und Messtechnik

Ein neues Sickerwasserleitungssystem am Absperrbauwerk und im Dammvorland sowie erneuerte Messtechnik ergänzten die Modernisierung der Anlage.

2019

90 Jahre Koberbachtalsperre

Zum 90-jährigen Bestehen kündigte die Landestalsperrenverwaltung für den 31. August 2019 einen Tag der offenen Talsperre an. Ausstellungsraum und Dammkrone sollten an diesem Tag für Besucher zugänglich sein.

Heute

Vom Industriespeicher zum Erholungsort

Hochwasserschutz und Naherholung prägen die heutige Nutzung der Kober. Die Landestalsperrenverwaltung betreibt die Anlage, die Koberbach und Erdbach aufstaut. Baden, Wassersport, Angeln und Camping verbinden die wasserwirtschaftliche Geschichte mit dem Freizeitangebot rund um den See.

Quellen & Einordnung

Die Chronik ist eigenständig zusammengefasst. Grundlage sind vor allem Veröffentlichungen der Landestalsperrenverwaltung und die Bestandsbeschreibung des Sächsischen Staatsarchivs; Wikipedia ergänzt einzelne historische Angaben. Recherche- und Abrufstand: 25. Oktober 2026.

Abweichende Jahresangaben: Wikipedia nennt für die Gründung der Aktiengesellschaft 1925. Das Sächsische Staatsarchiv dokumentiert dagegen den Gründungsbeschluss vom 26. Januar und die Gründung vom 31. März 1926. Die Chronik folgt hierfür dem Staatsarchiv. Die Angabe zum Übergang in staatliche Verwaltung 1953 ist aus Wikipedia übernommen und entsprechend zugeordnet.

Die Kober heute

Aus dem früheren Brauchwasserspeicher ist ein Ort für Hochwasserschutz und Naherholung geworden. Entdecke die Angebote rund um den See.

Auf einen Blick

1926–1929
Bau der Talsperre

1929
Inbetriebnahme

1971–1972
Bau der Vorsperre

1998
Ende der Brauchwasserabgabe

Heute
Hochwasserschutz und Naherholung

Nachweise: [3] · [4]

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